Bambus, ein Gras als Hartholzlieferant


Bambus als Rohstoffquelle für einen Werkstoff mit Hartholzeigenschaften ist eine zukunftsweisende Materialinnovation. Das Riesengras ermöglicht die Herstellung von natürlichen Bodenbelägen, Möbeln, Innenausbauprodukten, Outdoor Dielen, Outdoor Möbeln und gar High-Tech Erzeugnissen von so großer Vielfalt, dass es unmöglich scheint, eine vollständige Auflistung zu erstellen. So ist Bambus bei allen Anwendungen denkbar, für die Holzwerkstoffe in Betracht kommen.

Mit großen Schritten erschließen sich daher auch fortlaufend weitere viel versprechende Applikationen zur Bambusnutzung, insbesondere im Bereich von Baumaterialien. Auf beeindruckende Weise überzeugt Bambus hier nicht nur als eine leistungsfähige und ökologisch sinnvolle Alternative zu konventionellen Harthölzern, sondern ist möglicherweise einer der viel versprechendsten nachwachsenden Rohstoffe überhaupt. Denn auch nach Einschlag, Verarbeitung und Transport verweist Bambus auf eine mindestens ausgeglichene CO2 Bilanz.

Obgleich botanisch den Gramineen (Gräsern) zugeordnet, lignifiziert der Stamm innerhalb von wenigen Jahren; d.h. er verholzt und bildet mit den Hauptbestandteilen Cellulose, Hemicellulose und und Lignin ein stoffliche Zusammensetzung, wie wir sie aus dem Bereich der konventionellen Holzwerkstoffe kennen. Bereits nach ungefähr fünf Jahren ist »unser« Bambusstamm soweit verholzt, dass er im Hinblick auf die Holzhärte und andere mechanisch technologische Eigenschaften seine optimale Verarbeitungsqualität erreicht hat.

Dem Bambuswald können daher ein Fünftel der Stämme pro Jahr entnommen werden, ohne dass der Bestand in seiner Substanz gestört wird. Die selektive Bewirtschaftung sorgt sogar im Gegenteil dafür, dass neue Stämme zügig im darauf folgenden Jahr nachkommen können, um die eingeschlagenen Stämme des Vorjahres zu ersetzen.

Oberflächenhärte (nach Brinell; DIN EN 1534) in N/mm2

Kiefer
19N/mm2
Birke
28N/mm2
Eukalyptus
34N/mm2
JatobaEsche
35N/mm2
Buche
36N/mm2
Eiche
37N/mm2
Bambus Vertikal/Horizontal
40N/mm2
Modified BamBoo "Objekt"
90N/mm2

genannte Werte sind Durchschnittswerte*

*Anm: Die Härte des Naturmaterials Holz/Bambus hängt unter anderem von der Dichte des Werkstoffes ab. Die oben angezeigten Werte sind Durchschnittswerte, die aus einer Vielzahl von Einzelmessungen gewonnen werden und die auch mit einer größeren Streuung der Einzeldaten einhergehen können. Die Werte sind der Fachliteratur und/oder Prüfberichten von Werkstoffprüfungen entnommen.

Bambusparkett

Bambus - ein Werkstoff mit Tradition


Die Erde wird von einem Bambusgürtel umzogen und beheimatet natürliche Bambusvorkommen auf fast allen Kontinenten südlich und nördlich des 40. Breitengrades, ausgenommen lediglich Europa und die Antarktis. 1.500 Sorten unterscheiden die Botaniker, vom Bodendecker bis zum 30 m hohen Riesenbambus. Die derzeit größten genutzten Vorkommen finden sich jedoch in Asien. Dort befindet sich auch das ausgedehnteste zusammenhängende Bambusreservoir der Erde.

In diesem subtropischen Lebensraum hat die von bambeau® genutzte Sorte »Phyllostachys Pubescens « ihre Heimat. Phyllostachys Pubescens ist für eine kommerzielle Nutzung auch mechanisch technologisch eine herausragende Bambusart, die mit einer sehr homogenen Struktur über den Stammquerschnitt einhergeht.

Obwohl Bambus in der europäischen Kultur relativ unbekannt war, sind auch technische Meilensteine der westlichen Entwicklung mit Bambus verknüpft. Einer gedanklichen Illumination folgend, rang Thomas Alva Edison (1847 – 1931) seiner ersten Glühlampe mittels verkohlter Bambusfasern ein erstes Aufflackern ab. Eine Bambusfaser diente als Tonabnehmer und sorgte in der Frühzeit des Grammophons für ersten Hörgenuss.

In Asien ist Bambus schon seit Jahrtausenden fester kultureller Bestandteil und hat sich in fast allen Lebensbereichen etabliert. Seine hervorragenden Materialeigenschaften, wie z. B. hohe Belastbarkeit auf Druck, Zug und Biegung sowie seine hohe Härte empfehlen ihn geradezu als Werkstoff. Die fernöstliche Philosophie bemächtigte sich der eindrucksvollen physikalischen Eigenschaften der Pflanze, um Gleichnisse für Stärke und Zähigkeit bildhaft zu vermitteln. Dem Schönheitssinn der Japaner gilt der Bambus als Inbild sanfter Melancholie

Beeindruckende CO2-Bilanz


Ein Blick auf die ökologische Dimension von Bambus zeigt, dass die Pflanze in einer künftigen Kreislaufwirtschaft gut aufgehoben wäre. Bestände, die durch regelmäßigen Einschlag sorgfältig bewirtschaftet werden, binden insbesondere in den ersten sechs bis sieben Jahren sehr viel CO2 und zwar signifikant mehr als zum Beispiel Fichte im gleichen Lebenszeitraum.

Sorgfältig bewirtschaftete und gemanagte Bambuswälder, der jährliche Einschlag der reifen Bambusstämme und deren Nutzung für langlebige Güter – zum Beispiel im Bereich der Bauprodukte – könnten einen effizienten Beitrag zur CO2 Bindung leisten.

Durch das selektive Entnehmen der Bambusstämme, folgt die Bewirtschaftung und der Einschlag den Prinzipien einer modernen und nachhaltigen Forstwirtschaft und wäre andernfalls auch gar nicht ökonomisch sinnvoll. Durch die selektive Entnahme der reifen Stämme stellt der Bewirtschafter der Bambuswälder sicher, dass nur die Stämme Verwendung finden, die für die Verarbeitung ausreichend lignifiziert sind, so dass im kommenden Jahr erneut 20 % der Stämme für einen Einschlag herangereift sind.

CO2 Akkumulation Bambus / Fichte im Vergleich (CO2 t/ha)

  • Bambus
  • Fichte
BGW Hamburg

Bambus - ein Zukunftswerkstoff


Die mechanisch technologischen Eigenschaften, die ökologischen Aspekte, Formschönheit und Gestaltungsvielfalt von Bambus senden Architekten, Ingenieure, Produktdesigner und Materialwissenschaftler auf Entdeckungsreise und mit neuen Ansätzen und gar mit disruptiven Technologien entstehen neue Produktideen und Anwendungen, die auf Nachhaltigkeit setzen und die sich in eine zukünftige „Green Economy“ optimal einfügen.

bambeau® – unsere Produktkategorien:

bambeau® – Bambus ist unsere Sache!